Ratgeber · Sicherheit
Legale Online-Casinos in Deutschland: Was seit dem 1. Juli 2021 erlaubt ist
GGL-Whitelist, virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und die Länderregeln für Tischspiele. Was legal bedeutet und welche Folgen das für Spielende hat.
Von Redaktion Spielatlas Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit
Inhalt
Die Rechtslage seit dem 1. Juli 2021
Glücksspielregulierung ist in Deutschland Ländersache. Um den Markt zu vereinheitlichen, haben sich die sechzehn Bundesländer auf den Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) geeinigt, der am 1. Juli 2021 in Kraft trat. Mit ihm gaben die Länder Kompetenzen an eine neue Behörde ab: die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) in Halle an der Saale. Sie erteilt bundesweit gültige Erlaubnisse für virtuelle Automatenspiele, Online-Poker, Sportwetten, Pferdewetten und bestimmte Lotterien, überwacht die Einhaltung der Vorgaben, betreibt das Aufsichtssystem LUGAS und geht gegen illegale Angebote vor.
Vor 2021 bewegten sich Online-Angebote in Deutschland in einer rechtlichen Grauzone. Diese existiert nicht mehr. Heute gibt es nur zwei Kategorien: erlaubte Anbieter mit GGL-Lizenz und unerlaubte Anbieter ohne. Wie wir die Lizenzlage in unseren Bewertungen berücksichtigen, beschreibt die Testmethodik.
Die Whitelist der GGL
Die GGL führt eine öffentliche Liste aller erlaubten Anbieter mit den zugehörigen Domains. Diese Whitelist ist das verbindliche Verzeichnis für die Frage, ob ein Angebot legal ist. Sie ist unter gluecksspiel-behoerde.de einsehbar. Lizenzierte Anbieter müssen auf ihrer Webseite auf die GGL-Erlaubnis hinweisen. Wer ein Angebot prüfen will, vergleicht die Domain mit dem Listeneintrag.
Was bundesweit erlaubt ist und was nicht
Die GGL-Erlaubnis deckt nicht alle Spielformen ab. Der Vertrag unterscheidet drei Bereiche:
| Spielform | Erlaubt wo | Reguliert durch |
|---|---|---|
| Virtuelle Automatenspiele (Online-Slots) | Bundesweit, private und staatliche Anbieter | GGL |
| Online-Poker | Bundesweit, private und staatliche Anbieter | GGL |
| Online-Tischspiele (Roulette, Blackjack, Baccarat) | Nur Bayern, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein | Jeweiliges Bundesland |
Online-Tischspiele sind Ländersache geblieben. Bayern und Baden-Württemberg haben je eine Erlaubnis an einen staatlichen Anbieter vergeben, Schleswig-Holstein vier Erlaubnisse an private Anbieter. In den übrigen dreizehn Bundesländern gibt es kein legales Online-Angebot für Roulette oder Blackjack. Ein Anbieter, der solche Spiele bundesweit anbietet, verfügt daher nicht über eine deutsche Erlaubnis.
Regeln für virtuelle Automatenspiele
Für Online-Slots gelten in ganz Deutschland dieselben Vorgaben, unabhängig vom Wohnort:
- Einsatz von höchstens 1 € pro Spielrunde
- mindestens fünf Sekunden Abstand zwischen zwei Runden
- kein Autoplay, kein Turbo-Modus
- keine anbieterübergreifend vernetzten progressiven Jackpots
- Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat über alle Anbieter, überwacht durch LUGAS
- Anschluss an das Sperrsystem OASIS mit Abfrage vor jedem Spiel
- Panik-Button für eine Sperre von 24 Stunden
- Identitätsprüfung vor der Teilnahme, auch für Demoversionen
- Reality-Check: nach 60 Minuten Spielzeit eine Übersicht über Einsätze, Gewinne und Verluste
Welche Spielmechaniken damit vereinbar sind, zeigt der Beitrag Online-Slots: Grundlagen. Eine Lockerung des Einsatzlimits auf 3 € oder 5 € pro Runde wird von einigen Quellen behauptet; dazu ausführlich der Beitrag Einsatzlimit pro Spielrunde.
EU-Lizenzen gelten nicht in Deutschland
Anbieter mit Lizenz aus Malta, Gibraltar oder anderen EU- bzw. EWR-Staaten haben sich in der Vergangenheit auf die europäische Dienstleistungsfreiheit berufen. Deutsche Gerichte, darunter der Bundesgerichtshof, haben bestätigt, dass ausländische Lizenzen für das Angebot in Deutschland nicht ausreichen. Wer bei einem solchen Anbieter spielt, nimmt an unerlaubtem Glücksspiel teil; § 285 StGB stellt die Beteiligung unter Strafe. Die Risiken erläutert der Beitrag Casinos ohne deutsche Lizenz.
Legal ist in Deutschland kein Werbeversprechen, sondern ein Eintrag in der Whitelist der GGL, der sich in wenigen Minuten nachprüfen lässt.
Steuern
Auf Einsätze bei virtuellen Automatenspielen und Online-Poker erhebt das Rennwett- und Lotteriegesetz eine Steuer von 5,3 %. Steuerschuldner ist der Anbieter, nicht die spielende Person. Gewinne aus Glücksspiel sind für Privatpersonen in Deutschland steuerfrei. Die Anbieter kalkulieren die Steuer in ihre Auszahlungsquoten ein, weshalb der RTP bei deutschen Anbietern niedriger liegt als international.
Folgen für Spielende
Die Entscheidung für einen lizenzierten Anbieter bedeutet: geprüfte Zufallsgeneratoren, Rechtsschutz vor deutschen Gerichten, Ansprechpartner bei der GGL, getrennte Verwahrung der Spielergelder und verbindliche Schutzmechanismen. Sie bedeutet auch Einschränkungen: nur Automatenspiele und Poker, kein Krypto, niedrigere Auszahlungsquoten, Verifizierungspflicht, 1 € pro Runde.
Diese Einschränkungen sind Teil des Schutzkonzepts. Das Einzahlungslimit von 1.000 € ist eine Obergrenze; ein niedrigeres Limit lässt sich im Konto festlegen. Wer spürt, dass Spielzeit oder Einsätze zunehmen, findet im Bereich Spielerschutz die verfügbaren Werkzeuge und einen anonymen Selbsttest unter check-dein-spiel.de. Welche Anbieter aktuell lizenziert sind und wie sie in unseren Tests abschneiden, zeigt die Übersicht aller getesteten Anbieter.
Fazit
Legal heißt in Deutschland: Erlaubnis der GGL und Eintrag in der Whitelist. Bundesweit erlaubt sind virtuelle Automatenspiele und Online-Poker, Tischspiele nur in drei Bundesländern. EU-Lizenzen ersetzen die deutsche Erlaubnis nicht. Die Regeln für Einsatz, Tempo und Einzahlung sind einheitlich und dienen dem Schutz der Spielenden.