Zum Inhalt springen
  • PayPal
  • VISA
  • Mastercard
  • Skrill
  • NETELLER
  • paysafecard
  • Trustly

18+ Spiele verantwortungsvoll

Ratgeber · Sicherheit

Glücksspielstaatsvertrag 2021: Welche Spielerschutzregeln für Online-Angebote gelten

Seit Juli 2021 regelt der GlüStV 2021 das Glücksspiel bundesweit. Einzahlungslimit, Sperrsystem, Werbeverbote und Einsatzgrenzen im Überblick.

Von Redaktion Spielatlas Aktualisiert am 6 Min. Lesezeit

Inhalt

Was der Glücksspielstaatsvertrag regelt

Der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) ist ein Vertrag aller sechzehn Bundesländer. Die Länder haben ihn 2020 beschlossen, in Kraft getreten ist er am 1. Juli 2021. Seitdem gilt für Online-Glücksspiel in Deutschland erstmals ein einheitlicher Rechtsrahmen. Virtuelle Automatenspiele, Online-Poker und Sportwetten dürfen seither bundesweit mit einer Erlaubnis angeboten werden, allerdings unter strengen Auflagen zum Schutz der Spielenden.

Der Vertrag verfolgt mehrere Ziele: Er soll Glücksspielsucht vorbeugen, den Schwarzmarkt zurückdrängen, Jugendliche und gefährdete Personen schützen und für Transparenz sorgen. Den vollständigen Text finden Sie bei den Landesgesetzen; die Behörde verweist auf gluecksspiel-behoerde.de. Wie wir die Einhaltung dieser Regeln in unseren Tests prüfen, steht in der Testmethodik.

Wer die Einhaltung überwacht

Zuständig ist die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle an der Saale, Sachsen-Anhalt. Sie prüft jeden Antragsteller vor der Erlaubnis, führt die öffentliche Liste der zugelassenen Anbieter (Whitelist) und geht gegen illegale Angebote vor. Legale Anbieter sind an einem Hinweis auf die GGL-Erlaubnis auf der Webseite erkennbar. Fehlt dieser Hinweis und fehlt der Eintrag in der Whitelist, ist das Angebot in Deutschland nicht erlaubt.

Die Aufsicht erfolgt im Hintergrund über technische Systeme und Kontrollen. Die Behörde beobachtet nicht einzelne Spielende, sondern prüft, ob die Anbieter die vorgeschriebenen Mechanismen umsetzen. Einen Überblick über die Merkmale zugelassener Anbieter gibt der Beitrag Legale Online-Casinos in Deutschland.

Die fünf Regelungsbereiche im Überblick

Werbung

  • Zwischen 6 und 21 Uhr ist Glücksspielwerbung in Radio und Fernsehen untersagt. Für Sportwetten gelten teilweise abweichende Zeiten, dafür greift ein Werbe- und Sponsoringverbot während Live-Übertragungen auf dem übertragenden Kanal.
  • Werbung darf keine Gewinne versprechen und Risiken nicht verschweigen.
  • Direktwerbung per E-Mail oder SMS ist nur mit ausdrücklicher Einwilligung zulässig.
  • Prominente, Sportler und Influencer dürfen nicht für Glücksspiel werben.

Trennung der Spielbereiche

  • In Gebäuden mit Spielhalle oder Spielbank dürfen keine Sportwetten vermittelt werden (Trennungsgebot nach § 21 Abs. 2 GlüStV).
  • Online müssen Poker, Wetten und Automatenspiele auf der Webseite erkennbar voneinander getrennt sein.
  • Paralleles Spielen an mehreren Geräten oder bei mehreren Anbietern gleichzeitig ist nicht erlaubt.
  • Beim Wechsel zwischen Anbietern gilt eine Wartezeit von fünf Minuten.
  • Guthaben für verschiedene Spielbereiche wird getrennt geführt.

Jugendschutz und Verschuldungsschutz

  • Vor der Teilnahme muss die Identität geprüft werden, online wie stationär.
  • Anbieter dürfen keine Kredite vergeben.
  • Jeder Anbieter benötigt ein Sozialkonzept zur Früherkennung problematischen Spielverhaltens.
  • Spielstätten müssen Abstand zu Schulen und Jugendeinrichtungen halten.
  • Mitarbeitende sind in Jugend- und Spielerschutz zu schulen.

Sperrsystem OASIS

  • Jede Person kann sich selbst sperren lassen. Angehörige oder der Anbieter können eine Fremdsperre veranlassen.
  • Vor jedem Spielbeginn muss der Anbieter abfragen, ob eine Sperre vorliegt.
  • Die Mindestdauer einer Selbstsperre beträgt grundsätzlich ein Jahr; bei der Beantragung kann eine kürzere Dauer von mindestens drei Monaten gewählt werden. Eine Fremdsperre gilt immer für ein Jahr.
  • Sperren enden nicht automatisch. Die Aufhebung muss nach Ablauf der Mindestdauer beantragt werden.
  • Die Eintragung ist kostenlos.

Vorgaben für das Online-Spiel

  • Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat über alle Anbieter hinweg, überwacht durch das System LUGAS. Für Sportwetten kann das Limit nach Bonitätsprüfung auf bis zu 10.000 € angehoben werden.
  • Höchstens 1 € Einsatz pro Spielrunde bei virtuellen Automatenspielen.
  • Mindestens fünf Sekunden zwischen zwei Spielrunden.
  • Keine Autoplay-Funktion; jede Runde wird manuell gestartet.
  • Ein deutlich sichtbarer Panik-Button sperrt mit einem Klick für 24 Stunden.
Der Glücksspielstaatsvertrag ersetzt den früheren Flickenteppich der Länderregeln durch einen Rahmen, dessen Schutzwirkung davon abhängt, dass nur lizenzierte Anbieter genutzt werden.

Stärken und Schwächen des Systems

Die Stärken liegen in standardisierten Instrumenten: Das zentrale Sperrsystem OASIS, das anbieterübergreifende Einzahlungslimit und die Einsatz- und Tempobegrenzung wirken bei allen lizenzierten Anbietern gleich. Wer eine Sperre einträgt, ist bei allen legalen Angeboten in Deutschland ausgeschlossen, online und stationär.

Die zentrale Schwäche: Alle Regeln binden nur Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Angebote ohne GGL-Lizenz sind nicht an OASIS oder LUGAS angeschlossen, kennen weder Einsatz- noch Einzahlungslimit und entziehen sich der Aufsicht. Die Teilnahme an solchen Angeboten ist für Spielende in Deutschland nicht erlaubt; § 285 StGB stellt die Beteiligung am unerlaubten Glücksspiel unter Strafe. Welche Risiken damit verbunden sind, erläutert der Beitrag Casinos ohne deutsche Lizenz.

Der Vertrag sieht eine Evaluierung seiner Wirksamkeit vor. Ob und welche Anpassungen daraus folgen, ist offen.

Was die Regeln für Spielende bedeuten

Die Schutzmechanismen greifen automatisch, sobald bei einem lizenzierten Anbieter gespielt wird. Sie ersetzen aber keine eigenen Grenzen. Das Einzahlungslimit von 1.000 € ist eine Obergrenze, kein Richtwert; im Spielerkonto lässt sich ein deutlich niedrigeres Limit festlegen. Wer merkt, dass Spielzeiten länger und Einsätze höher werden, findet im Bereich Spielerschutz die verfügbaren Werkzeuge und Beratungsstellen. Ein anonymer Selbsttest ist unter check-dein-spiel.de möglich.

Fazit

Der GlüStV 2021 hat das Online-Glücksspiel in Deutschland aus einer rechtlichen Grauzone in einen regulierten Markt überführt. Einzahlungslimit, Sperrsystem, Einsatzgrenze und Werbebeschränkungen bilden einen dokumentierten Schutzrahmen. Seine Wirkung entfaltet er nur bei lizenzierten Anbietern. Wer prüfen will, ob ein Angebot dazugehört, gleicht es mit der Whitelist der GGL ab.

Wir verwenden technisch notwendige Cookies. Analyse-Cookies setzen wir nur mit Ihrer Einwilligung ein, um die Website zu verbessern. Details in der Datenschutzerklärung. [LEGAL-REVIEW: text needed] Datenschutzerklärung

Cookie-Einstellungen